04.2017 Trauer um Karl Hodina und die Schönheit der Kunst

Liebe Freunde der 16er Buam und der Wiener Volksmusik!
Ein recht trauriger Anlass zog uns am Freitag den 7. April nach Ottakring.
An jenem kalten, windigen und von Regen geplagten Tag gaben wir unserem Mentor der ersten Stunde, dem uns musikalisch prägendsten Gegenwartskünstler und unserem musikalischen Vorbild, Karl Hodina, das letzte Geleit.
Seine Verbindung von traditionellen Weisen mit Elementen des Jazz sind für uns ebenso richtungsweisend, wie sein würdevoller Zugang zur althergebrachten Wienermusik. Aber auch seine Verwirklichung als Maler ist für uns in höchstem Maße Beispielhaft. Auch hier verwendete er altmeisterliche Techniken und verband sie mit "modernen" Themen und Genres. Die Gespräche mit ihm über Musik, Malerei und Philosophie waren ausnahmslos immer lehrreich, spannend und angenehm.
Danke, lieber Karl, dass du unser Leben bereichert hast.
 
Durch eben jene Gespräche wurde mir der hohe Wert der Wienerlieder noch mehr bewusst. Was bleibt dem Menschen letztlich in guten wie auch schwierigen Zeiten, wenn nicht das Schöne - die Kunst.
 
Die bewußte eigene Schöpfung, das kreative Potential und die ästhetische Schaffenskraft jedes einzelnen Menschen verleiht uns Würde, Freude und einen Sinn des Daseins. Die Hochkultur zum einen, wenn einzelne Genies erwachsen und prächtige Werke schaffen, wie Sinfonien, Gemälde, Gedichte, Skulpturen, Bauwerke etc. Aber besonders auch die Volkskultur, die auf breiterem Fundament genug Platz für eben jenes kreative Schaffen des Volkes bietet. Demzufolge ist es mehr als selbstverständlich, dass die musikalische Wiener Volkskultur, die Wienerlieder,
* nicht als schnöde Hintergrundmusik erniedrigt werden soll,
* nicht als vergangene, verstaubte Primitivmusik verspottet werden darf und
* nicht als naive Pseudokunst belächelt werden kann.
 
Wienerlieder, deren Texte und Melodien, aber auch die dem Wiener höchst eigene Rhythmik, kommen aus dem Volk und "dienen" dem Volke - wenn es denn will. So gehört, wie ich in aller Bescheidenheit aber auch Bestimmtheit meine, die Wiener Volksmusik
* von der Stadt wie auch vom Staate üppig, ehrlich und intensiv in jeder Hinsicht gefördert
* von diversen Medien, allen voran von Radio und Fernsehen, aber auch von Zeitungen und Zeitschriften analog wie digital, getragen, gebettet und forciert
*  von jedem einzelnen Menschen, dem Wien auf dem Herzen liegt, gehört, gesungen und gepflegt.
 
Ich vertrete die Ansicht, dass Kunst schön sein muss. Moderne Bauwerke, Skulpturen, Bilder und Musik aber lassen zumeist eben diese Schönheit vermissen. Wenn wir keine Kultur der Hässlichkeit wollen, sollten wir schön langsam aktiv werden und die Schönheit predigen und schaffen. Sonst wird´s eng...
 
Wir tun bescheiden und leidenschaftlich das unsere dazu und freuen uns auf euren Besuch bei einem unserer Konzerte.
Herzlichst Euer
Klaus Steurer

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